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Wissenswertes, Bewährtes und Inspirierendes aus der MCV-Beratungspraxis

Existenziell führen und beraten

Das erste Modul des Lernweges „Existenziell führen und beraten“ ist vorbei. Die Wirkung und der Nachklang der Grundlagen des existenziellen Ansatzes hingegen werden anhalten. Die teilnehmenden Führungskräfte und Berater*innen sind angeregt, inspiriert und nachdenklich nach Hause gefahren: Wie kann ich mein strukturelles Führen mit dieser existenziellen Haltung verbinden?

Entscheidend ist die Motivation

Christoph Kolbe beginnt das erste Modul mit einer These, von der wir, die Initiator*innen des Lernweges, überzeugt sind: „Ein Mehr an Personalität im unternehmerischen Kontext stiftet ein Mehr an Motivation, innerer Zugehörigkeit, Fähigkeit zur konstruktiven Auseinandersetzung, Engagement und Effizienz.“

Die Einführung in tiefenpsychologische und existenzielle Theorien zur Entstehung von Motivation unterscheidet Motivation von Bedürfnisbefriedigung. Wie entsteht die Motivation im gesunden Menschen? Das ist eine der Kernfragen für Führungskräfte? Die Antwort ist anspruchsvoll: Motivation entsteht aus einer Wertberührung.

Die Berührung eines Wertes ebenso wie die Berührung eines Unwertes ist für den Menschen eindeutig. Ein Wert löst Interesse, Zuwendung und Wachheit aus. Ein Unwert Ablehnung, Abwendung und Rückzug. Werte sind Wege zum existenziellen Sinn. Wege, in denen Menschen dem folgen was ihnen wichtig ist und das tun, worin sie Erfüllung und ihren eigenen, existenziellen Sinn finden.

Welche Bedeutung hat das für die Führung?

Den Teilnehmer*innen wird deutlich, dass Motivation in den Mitarbeiter*innen entsteht. Keine Führungskraft der Welt kann für die Motivation zuständig gemacht werden. Was ist dann die Verantwortung der Führungskraft? Es ist die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die ein wert- und sinnvolles Arbeiten ermöglichen. Idealerweise treffen dann wertschöpfendes Tun und Unternehmensziele einander auf ihrem Weg der Realisierung.

Wie kann das gelingen, wollen die Teilnehmer*innen wissen. Indem Führungskräfte ihre eigene Haltung und Motiviertheit reflektieren und sich dessen bewusstwerden. Wenn Führungsverantwortliche wissen, was ihnen selbst Freude macht, was sie erfüllt und ihre Führungsarbeit sinnvoll werden lässt, können sie Mitarbeitende, Kolleg*innen, Vorgesetzte oder Kund*innen viel besser führen. Aus einer geklärten Haltung und Verantwortlichkeit heraus begegnen sie den Menschen interessiert und aufmerksam. Sie klären Anliegen, die dem wertschöpfenden Tun zuwiderlaufen, erkennen Stolperstellen und Hindernisse von denen ihre Mitarbeiter*innen erzählen. Sie klären Verantwortung und Zuständigkeit und schaffen Raum für die Auseinandersetzung zu Unklarheiten. Sie führen dialogische Gespräche, die mehr sind als Kommunikation oder Information.

Forschen, üben, lernen

Die Teilnehmenden reflektieren das Gehörte in Kleingruppen, erkennen den Wert von unterschiedlichen Sicht- und Denkweisen und erleben dialogische Gespräche im Plenum. Sie schätzen den Vertrauensraum, in dem sie sich personal begegnen und miteinander lernen können.

Nach 2,5 Tagen gehen die Teilnehmer*innen zurück in ihren Alltag. Sie sind bereit, sich auf die Reise des Entdeckens und Erforschens einer neuen Führungshaltung einzulassen, ohne die Könnerschaft schon entwickelt zu haben. Sie vertrauen sich selbst und ihrer Erfahrung, mit der sie sich an eine neue Herangehensweise im Führen von Menschen wagen. Und freuen sich auf das zweite Modul im Juni.

> mehr Informationen zum Lernweg

Der nächste Lernweg „Existenziell führen und beraten“ beginnt im Frühjahr 2020. Termine folgen in Kürze.